Heute, am 20. Dezember 2025, haben wir in unserer Jüdischen Gemeinde Halle an den 9. Oktober 2020 erinnert. Am 9. Oktober 2020 war der erste Jahrestag nach dem Terroranschlag auf die Synagoge in Halle. Alle Ereignisse des Anschlags und des ersten Jahres nach dem Mord von zwei Menschen und versuchten Mord an mehreren dutzenden anderen Menschen kamen vor Augen wie ein Film im Zeitraffer. Uns war es klar: das Leben danach wird nie mehr wie vor dem Anschlag. Der Jahrestag ist ein rein symbolischer Zeitstempel: Er ruft alles wieder in Erinnerung; Еr heilt nicht; Er soll auch nicht heilen; Er zwingt uns zur Erinnerung und Mahnung – uns allen, nicht nur den Überlebenden, wieder und wieder nachzudenken: Warum gibt es so viel Hass in Menschen? Wo liegt die Quelle dieses Hasses? Wie kann jemand so degradieren, dass er kaltblütig menschliche Leben zerstört?


Die Jüdische Gemeinde Halle steht an der Seite der Magdeburger und Magdeburgerinnen. Wir verstehen Ihre Gefühle und trauern mit euch zusammen.

Gleich nach dem Schabbatende haben wir die siebte Chanukkakerze angezündet.
Die Chanukkakerzen stehen für Licht in dieser Welt. Und das Licht steht für das Leben. Kein Mörder, weder in Magdeburg noch in Halle, in Sydney, Aschaffenburg, Hanau oder Manchester, ist in der Lage das Licht auszulöschen.
Das Licht ist immer stärker als die Finsternis.