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Hilfe für Opfer des Krieges in Syrien

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Designierter EU-Botschafter besucht verletzte Syrer in Israel

Der seit über vier Jahre andauernde Bürgerkrieg in Syrien forderte bereits mehr als 220 000 Tote und hunderttausende Verwundete – darunter auch zahlreiche Kinder. Als Nachbarstaat beobachtet Israel die zunehmende Ausbreitung der Gewalt in Syrien mit großer Sorge. Bekanntlich bestehen zwischen Israel und Syrien seit Jahren keine diplomatischen Beziehungen. Dennoch werden seit Februar 2013 im nördlichsten israelischen Krankenhaus, dem Ziv Medical Center in Nordgaliläa, mehr als tausend Kriegsverletzte aus Syrien behandelt.

Unter den jüngsten Patienten des Ziv Medical Centers befindet sich ein zweijähriger Knabe mit schweren Verbrennungen sowie ein dreijähriges Mädchen, dass mit zahlreichen Schrapnell- verursachten Verletzungen und in Begleitung mit ihrer ebenfalls verletzten Mutter eingeliefert wurde. Ein 40-jähriger Mann mit starken Lungen- und Bauchverletzungen wachte nach zehn Tagen aus dem Koma auf und beweint seine ermordete Familie. Für die syrischen Patienten, die mit dem Feindbild Israels aufgewachsen sind, erweist sich die Hilfsbereitschaft der Israelis als letzte Rettung. Die Mehrheit hatte nicht erwartet, gerade vom vermeidlichen „Erzfeind“ Hilfe zu erhalten.

Da diese Menschen selbstverständlich keine Krankenversicherung in Israel haben, leistet auch die israelische Gesellschaft einen bedeutenden Beitrag zur humanitären Hilfe für die Opfer eines der bislang schlimmsten Konflikte des 21. Jahrhunderts. Die Kosten für die Aufrechterhaltung des Ziv Medical Centers belaufen sich auf über fünf Millionen Euro. Die Israelische Regierung kann allerdings nur 2/3 dieser Ausgaben tragen.

Aus diesem Anlass hat die Repräsentantenversammlung in ihrer letzten Sitzung beschlossen das Programm des Ziv Medical Centers mit einer Spende in Höhe von 2000 Euro zu unterstützen. Damit möchte unsere Gemeinde einen Beitrag zur Überwindung der humanitären Katastrophe leisten. Uns ist klar, dass diese Spende nur einem kleinen Wassertropfen auf einem heißen Stein gleicht. Trotzdem erachten wir unsere Initiative als sehr wichtig: als direkte Hilfe für das Ziv Medical Center und die Opfer eines menschenverachteten Regimes, sowie als Zeichen unserer Solidarität mit dem jüdischen Staat, der die Rettung unschuldiger Menschen – trotz komplizierter politischer Beziehungen zu Syrien – als ein zentrales Gebot eines demokratischen Rechtsstaates begreift.